Der nächste Morgen - es ist Karfreitag - beginnt mit Sonnenschein und dem Blick auf die Dünen. Wir stehen direkt am Ende der langen Strandpromenade des Ortes.
(mehr Infos Stellplatz hier)

 

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Irgendwann fährt ein kleiner weißer Verkaufswagen vorbei – wir vermuten Baguette oder Brötchen. Es ist aber der Suppenwagen! Unsere Nachbarn ein paar Womos weiter wissen offensichtlich schon wie es geht: einfach den Suppentopf raushalten, schon hält der Wagen an. Eine lustige Idee.

Zu Fuß geht es eine Runde in den Ort. Wie wir es schon von einem früheren Belgien-Trip kennen, besticht Belgiens Küste (im negativen Sinne) durch eine Mauer von grässlichen, ca. 10-stöckige Wohnblocks. Das Skurrile: in zweiter Reihe stehen kleine 1-/2-Familienhäuser im netten Holland-Look. Die erste Häuserreihe ist quasi wie davor gemauert. Wenn man sich einmal dran gewöhnt hat, ist es fast schon lustig.

Auf der Promenade gibt es eine Reihe kleiner Touristen-Geschäfte, Bars, Eisdielen, Restaurants. Außerdem – wie an der ganzen Küste – unzählige Verleihshops für Fahrräder, 4-Räder und sonstige Fortbewegungsmittel mit Pedalen.

In zweiter Reihe gibt es dann noch eine nette Einkaufsstraße mit mehreren Geschäften und Supermärkten. Wenn man die erste Hochhausreihe ausblendet, sieht es wirklich nett aus.


Die Einkaufsstraße in 2. Reihe

Später geht es dann an den schönen breiten Sandstrand. Bei Ebbe ist der Strand wirklich riesig.


Unser neuer Windschutz


Der Surfclub am Strand

 

Am Nachmittag werden dann unsere neuen Dahon-Räder angetestet – wir machen eine Tour durch Westende, über Middelkerke, bis nach Oostende. Gesamt ca. 12km (eine Strecke).

Middelkerke ähnelt Westende sehr, nur ist der Ort etwas größer. Eine ähnliche Promenade, ähnliche Bauten, ähnliche Geschäfte. In der Mitte der Promenade gibt es zudem ein großes Casino. Am Ende des Ortes befindet sich am Straßenrand ein langer Parkstreifen der bis in den nächsten Ort reicht. Hier stehen auch immer einiges Womos (vermutlich verboten, aber geduldet). Leider sind die Plätze recht laut da direkt an der Hauptstraße und der Bahnstrecke. 

Interessant und etwas ungewöhnlich: die Straßenbahn (sogenannte Kusttram, angeblich die längste der Welt!) läuft hier und an der kompletten Küste direkt parallel zum Strand. Praktisch: auch der breite Fußgänger-/Fahrradstreifen läuft hier parallel – so kann man die Küste perfekt mit dem Fahrrad erkunden. Am Dünenhang tauchen immer wieder unzählige Bunker und alte Waffen (heute als Museum ausgebaut) auf. So geht es entspannt mit dem Rad bis nach Oostende. Links das Meer. Rechts die Dünen.

Auch in Oostende zeigt sich ein ähnliches Stadtbild, nur ist der Ort insgesamt noch deutlich größer. Sofort fällt auf das es sich um die ehemalige königliche Sommerresidenz handelt: überall entdeckt man (möchte-gern) schicke und edle Akzente, wie an der Promenade wo man neben den üblichen Geschäften auch auf edel getrimmte Restaurants findet. Ansonsten ist Oostende insgesamt halt größer, lauter, länger, es gibt mehr Hochhäuser, es ist mehr los.


Oli in Oostende


Die fiesen Hochhäuser in Oostende

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Wir entschließen am Nachmittag, noch nach Frankreich runter zu fahren. Wir folgen einer Empfehlung aus dem Internet, nach Grand-Fort-Philip - zwar kein offizieller Womo-Stellplatz, aber angeblich ein Parkplatz. Als wir dort ankommen, sehen wir schon die dicken roten Womo-Verbotsschilder. Außerdem scheint der Ort wenig spannend (viele Neubau- und/oder Wohn-Siedlungen).

Also geht es weiter Richtung Wissant. Bei Escalles machen wir einen Stop beim Cap Blanc Nez. Der neue Parkplatz und Fußweg zum Cap (2008 noch eine Baustelle) ist fertig. Vor der 2m-Schranke gibt es einen kleinen Bus-Parkplatz, auf dem schon ein paar Womos stehen. Hier finden wir auch noch einen Platz, mit Blick auf das Cap, das Meer und die Fähren nach Calais.

Wir machen noch einen kleinen Spaziergang hoch zum Cap. Es ist deutlich kälter hier als in Belgien. Von oben bietet sich ein wunderschöner Blick auf die Landschaft. Im letzten Sonnenlicht wirken die grünen Hügel und kleinen Orte wirklich atemberaubend. Hier bleiben wir.


Blick vom Cap auf Escalles (und den später genutzten Campinplatz)


Blick auf den Parkplatz

 

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Am nächsten Tag. Noch liegt leichter Nebel über den grünen Hängen.

 

Nach einem kleinen Frühstück geht es weiter gen Süden. Schon oft sind wir an Boulogne-sur-Mer vorbei gefahren, abgeschreckt von der Größe (im Vergleich zu den anderen Orten der Gegend) und Häßlichkeit der Stadt. Heute wollen wir wissen wie die Stadt wirklich ist. Denn angeblich soll sich hinter der Fassade eine nette Altstadt verbergen.


Blick auf Boulogne

Einen Stellplatz finden wir nicht, deshalb parken wir auf der anderen Flußseite im Hafen.

Von außen wirkt die Stadt wirklich groß, laut, verbaut. Erkundet man die Stadt dann zu Fuß, stellt man schnell fest: die Stadt ist zwar laut und groß, aber trotzdem sehr nett! An der alten Kirche im Zentrum gibt es heut am Samstag einen großen Markt. Es gibt Gedränge, alles scheint ein wenig chaotisch  - unzählige kleine Verkaufsstände mit frischem Obst, Gemüse, oder Käse laden zum Einkauf ein.


Die Einkaufsstraße

Läuft man weiter die Stadt hinauf, zeigt sich das Highlight von Boulogne, die Altstadt. Die alte Stadtmauer umschließt den alten Kern wie eine Festung. Oben auf der Mauer befindet sich ein breiter Grünstreifen, auf dem man die Altstadt umrunden kann. Von hier bietet sich ein schöner Ausblick auf Boulogne.

Innerhalb der Mauer ist es als wäre man in einer anderen Stadt. Alles wirkt kleiner, beschaulicher, ruhiger. Die alten Häuser sind schön restauriert. Es gibt eine kleine Fußgänger-Zone, mit Restaurants und Bars. Wirklich nett ist es hier!


Mauer um die Altstadt


Das alte Stadttor = Eingang in die Altstadt


Ruhigen Gassen der Altstadt

 

Wieder zurück im „wirklichen“ Boulogne schlendern wir noch ein bißchen durch die Straßen. Unten auf dem Markt kaufen wir noch (für 6,- EUR) ein ganzes, frisches, knuspriges Grillhähnchen für später.


Natürlich kaufen wir noch ein frisches Baguette

Bei der Ausfahrt aus Boulogne nutzen wir selbstverständlich noch den E.Leclerc (direkt hinter Boulogne).

Wir machen einen Abstecher nach Equihen-Plage, wo es einen Stellplatz geben soll. Doch der Ort gefällt uns nicht (irgendwie klein und nichtssagend).

So fahren wir zum ursprünglich angedachten Ziel Quend-Plage. Auch hier fahren wir direkt den (gut ausgeschilderten) Stellplatz an. (mehr Infos Stellplatz hier)

Wir machen eine kleine Runde zum Strand und in den Ort. Es gibt eine kurze Promenade, und eine kleine Einkaufstraße. Die Häuser sind neu angelegt, einen schönen alten Stadtkern sucht man vergebens. Ansonsten ist der Ort eher durchschnittlich, und irgendwie dann doch ausschließlich für Touristen ausgelegt.

Dafür gibt es auch hier einen schönen breiten Sandstrand. Wir genießen die letzten Sonnenstrahlen auf einer Bank an der Promenade.

Da wir auf dem Stellplatz nur einen Platz in der Mitte bekommen, entschließen wir uns, wieder zu fahren. Es geht zurück nach Escalles – die Gegend gefällt uns hier viel besser! Oberhalb von Escalles gibt es einen Stellplatz der leider schon voll ist (schöne Lage, weiter Blick bis auf’s Meer). Dafür nutzen wir aber schnell für 3,- EUR Ver-/Entsorgung.

Unten im Dorf quartieren wir uns im nächsten Campingplatz ein. Schnell eingeparkt, dann gibt es ein letztes Bier auf der Terrasse vor dem Campingplatz. (mehr Infos zum Campingplatz hier)


Der Platz, im Hintergrund Cap Blanc Nez

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Am nächsten Morgen zieht es uns wieder Richtung Norden, in der Hoffnung dass es etwas wärmer ist. Schwups sind wir wieder in Belgien, und fahren bis Zeebrügge. Der dortige Stellplatz ist mehr ein kleiner Parkplatz und so fahren wir für einen kleinen Stadtbummel nach De Haan.

Auffällig viele Deutsche trifft man hier. Vielleicht ein Grund: dieses Örtchen ist relativ belgien-untyplisch: so gut wie keine großen Wohnblocks, dafür eine offene, begrünte Bauweise, mit vielen nette Villen und Häuser im Stil der Belle Epoque und im Landhausstil. Dieses Aussehen verdankt der Ort offensichtlich einer früheren Regelung des belgischen Königs der bestimmte Auflagen an die Bauweisen stellte. Der Ort ist insgesamt schon deutlich touristisch, aber irgendwie dann doch netter als die vielen anderen belgischen Küstenorte.


Promenade in De Haan

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Nach einem kleinen Bummel durch den Ort fahren wir noch einmal Richtung Westende, auf den Stellplatz. Als wir dort aber vom Strand zurückkommen, haben wir eine Verwarnung (nur Aufforderung, kein Bußgeld) an der Windschutzscheibe. Mist! Wir merken dass der eigentlich Stellplatz viel weiter links liegt und so deutlich kleiner ist als gedacht. Da alles voll ist, heißt es, ein Quartier für die Nacht zu finden. Ein Campingplatz in Middelkerke erinnert uns an einen Kleingartenverein (Dauercamper regieren hier die Plätze), so dass wir noch einen kleinen Stop am Ende von Middelkerke – auf dem oben erwähnten Seitenstreifen – einlegen.

 

Die letzte Strecke für heute führt uns nach Holland, genauer gesagt nach Cadzand, das nur ca. 60 km von Middelkerke entfernt liegt. Wir haben gehört, dass der Ort auch als Kitespot genutzt wird…

In Cadzand merken wir wieder, wie schön Holland im Vergleich zu Belgien ist: alles ist klein, fast schon niedlich, nette Häuschen, beschauliche Örtchen. Nichts ist verbaut. Wie schön!

Wir bleiben auf dem CP Welgelegen - denn frei stehen in Holland funktioniert ja definitiv nicht.
(mehr Infos Campingplatz hier)


Auf dem Campingplatz

Mit dem Fahrrad geht es nach Cadzand-Bad. Das tolle an Holland: einfach direkt hoch auf den Damm und dann gemütlich mit dem Rad oben auf dem Damm entlang, mit Blick auf das Meer. Ab und zu tauchen immer wieder nette Restaurants auf dem Deich auf.

Der Ort selbst ist ziemlich klein, bietet nur ein paar Restaurants, einen Supermarkt, Bäcker – das war’s! So fahren wir nach einer kleinen Runde wieder zurück zum Platz.

Abends wird noch unser Grill eingeweiht – das erste Mal in diesem Jahr! Es ist zwar schon recht frisch draußen, aber das Fleisch muss schließlich gegrillt werden :)

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Am nächsten Morgen fahren wir noch ein wenig die Küste entlang und machen einen letzten Stop in Breskens.

Einen Platz für unser Womo finden wir im Zentrum nicht, so dass wir es ca. 1000m außerhalb des Zentrums (auf einem Parkplatz eines Sportzentrums) abstellen.


Nette kleine holländische Häuser in Breskens

 

Hier ist heut Paasmarkt, ein Ostermarkt im Herzen des Ortes. Es ist voll, so quetschen wir uns ein wenig durch die Gassen des Marktes. Erst einmal eine Portion Kibbeling und ein frischer Matjes. Der Ort bietet zwar auch einige Restaurants und Bars (auf einem großen Platz), ist aber insgesamt immer noch ursprünglich.

Noch eine Runde durch das Hafengebiet. Überall wird frischer Fisch angeboten. Am Ende des Hafens gibt es eine Treppe mit Blick auf das Meer. Leider ist es nach wie vor recht diesig.


Fisch direkt vom Kutter

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Nach einer Runde durch den Ort treten wir den Heimweg an.

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LINKS:

Homepage Ort De Haan: http://www.dehaan.be/vert_duits/toerisme.htm

Campingplatz Escalles: http://camping.blancnez.free.fr/

Campingplatz Cadzand: http://www.campingwelgelegen.nl/

 

 

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Mit dem Wohnmobil nach Belgien, Nordfrankreich & Holland
 - Nordsee- und Opalküste -

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Ostern steht vor der Tür. Uns zieht es wie immer ans Meer. Zuerst sollte es nach Nordfrankreich gehen – das Wetter scheint aber weiter oben schöner zu sein. So führt uns der Weg zuerst nach Belgien. Wie schön dass man ja immer flexibel ist…

Donnerstag Abend. Nur 340km sind es nach Westende, wo es einen netten Stellplatz direkt am Strand geben soll. Den Platz finden wir direkt, die Nacht ist gerettet.

 

BE

FR

TOUR:
Westende, Middelkerke, Oostende, Escalles, Boulogne-sur-Mer, Quend-Plage, De Haan; Zeeland/NL: Cadzand, Breskens

ZEITRAUM:
Das lange Osterwochenende 2009

STELLPLÄTZE:
alle Infos hier
 

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